Synonyme: Rottanne, Edeltanne
Wissenschaftlicher Name: Picea abies L.
Familie: Nadelholzgewächse (Coniferae)
Fichte
Beschreibung
Was wir heute von der Fichte kennen, sind eintönige bedrückende Fichtenforste mit engstehenden "Fichtenstangen". Diese Plantagenwirtschaft wird derzeit auf 36 % der Waldfläche in Deutschland betrieben. Wuchs die Fichte in Mitteleuropa früher nur auf einigen wenigen Sonderstandorten, so wird sie wegen ihrer Schnellwüchsigkeit und Anspruchslosigkeit heute industriemäßig angebaut. Der Boden unter solch dichtstehenden Fichten ist meist kaum bewachsen. Die ständig herabfallenden Nadeln verrotten nur sehr langsam und säuern den Boden stark an. Zusammen mit dem unter den Bäumen herrschenden Lichtmangel sind diese Lebensbedingungen für die meisten anderen Pflanzen ungeeignet. Auch gegen Umwelteinflüsse ist eine solche Monokultur empfindlich. Bei einem starken Sturm bieten die flachwurzelnden Bäume dem Wind kaum Widerstand und stürzen reihenweise um. Ebenso anfällig sind die Fichtenforste gegenüber massenhaft auftretenden Schädlingen.
Wie anders sind da die Nadelwälder in unseren Hochgebirgen! Die mächtigen Baumriesen verströmen einen harzigen weihrauchähnlichen Duft und vermitteln mit ihren imposanten Kronen den Eindruck eines gewaltigen Domgewölbes, zwischen das die Sonne ihre Strahlen auf den Boden schickt. An ihren natürlichen Standorten im Mittel- und Hochgebirge wachsen die Fichten zu diesen majestätischen Bäumen heran und können bis zu 50 Meter hoch werden. Eindrucksvoll stehen sie mit ihren weitausladenden Ästen, an denen lange Bartflechten hängen, da.
Heimat
Im äußersten Norden und Süden umspannen ausgedehnte Nadelwaldgürtel große Gebiete der Erde. Es stehen sich die Koniferengebiete von Kanada, Skandinavien, Rußland, Sibirien, Alaska im Norden und die von Chile, Tasmanien und Neuseeland im Süden gegenüber.
Inhaltsstoffe
Für arzneiliche Zwecke sind besonders die ätherischen Öle, die Harze und das Vitamin C von Bedeutung.
Verwendung
In ihrer Verwendung ist die Fichte der Tanne sehr ähnlich. Das Terpentin (Harz) der beiden ist Bestandteil vieler Salben und Öle, die den Schmerz bei Muskelverspannungen, stumpfen Verletzungen, Rheuma, Gicht und an Gliedern lindern. Die bekannteste Anwendung ist die Einreibung mit Fichtennadel-Franzbranntwein. Bei Sportlern oder bettlägerigen Patienten ist seine erfrischende, durchblutungsfördernde und juckreizstillende Wirkung gleichermaßen geschätzt. Einreibungen von Rücken und Brust mit ätherischen Ölen oder auch Harzen bringen Linderung bei Erkältungen. Die harzartig duftenden Bäder aus Fichten- oder Tannenzweigen wirken durchblutungsfördernd sowie schleim- und hustenlösend. Auch Hustensäfte, Hustenbonbons, Honig und Marmeladen werden aus den jungen Trieben hergestellt. In der Volksmedizin wurden neben Husten auch Schrunden, Hautrisse, Geschwulste und Furunkel mit Zubereitungen aus der Fichte behandelt.
Wissenswertes
Die Fichte wurde einst als Schutzbaum verehrt, sie symbolisierte das schützende weibliche Element und war ein Lebens- und Mutterbaum. Für die Tradition des Maibaums wurden deshalb neben den Birken auch Fichten verwendet. Dies ist heute noch in vielen Dörfern Baden Württembergs und manchen Dörfern und Städten Bayerns der Fall. Im Schiffsbau lieferte die Fichte die längsten und besten Schiffsmasten. Diese Verwendung verschaffte ihr bei den alten Griechen einen etwas ungewöhnlichen Schutzgott. Sie war dem Meeresgott Poseidon geweiht und sollte als Dank für diese Weihung die Schiffe vor Sturm beschützen.
Das Holz der Bergfichten im Mittel- und Hochgebirge ist im Vergleich zu den schnellwachsenden Plantagenbäumen viel fester und haltbarer. Dies wussten auch die Geigenbauer, die es als Klangholz für ihre Instrumente sehr schätzten. So berühmte Männer wie Stradivari, Amati und Bergonzi suchten oft wochenlang in den Bergen, bis sie den richtigen Baum gefunden hatten. Um die langsam gewachsenen Fichten herauszufinden, lauschten sie an den alten Stämmen und beklopften deren Stammholz.
Die Pflanze bei WALA
Die Verbindung der Nadelbaumgewächse mit dem Wärmewesen findet ihren Ausdruck in der charakteristischen Bildung ätherischer Öle und balsamischer Harze, die vor allem die Nadeln durchdringen. Da bei der Familie der Nadelbaumgewächse die Wärmewirkung besonders betont ist, kann man von einer "Wärmepflanzenfamilie" sprechen. Weitere "Wärmepflanzenfamilien" sind die Lippenblütler mit der Pfefferminze und die Rautengewächse, zu denen auch die Orange zählt. Die Rautengewächse verbinden sich mit den tropischen Wärmeprozessen, die Lippenblütler mit denen der gemäßigten Zone und die Koniferen mit solchen der kalten Klimate. Selbst in dem kühlen Klima des hohen Nordens mit seinen "weißen Nächten", seiner Mitternachtssonne und den Sommern mit ihrer übermäßigen Lichtfülle, ziehen die Nadelholzgewächse die kosmischen Wärmekräfte so stark in ihren Organismus hinein, daß es zur Bildung ätherischer Öle und Harze kommt. Die unterschiedlichen Aromen von zum Beispiel Pfefferminze, Orange oder Latschenkiefer sind Ausdruck der besonderen Wärmequalität ihrer "Wärmepflanzenfamilie".
Die ätherischen Öle der verschiedenen Nadelholzgewächse haben einen sehr speziellen Bezug zum menschlichen Organismus. So wirkt die Fichte auf die Atmungsorgane, der Wacholder dagegen auf die Nieren.
In den WALA Arzneimitteln stärkt der Auszug aus Fichtennadelspitzen im Plantago Hustensaft* die licht- und wärmevermittelnden Formkräfte in den Bronchien. Dadurch werden die Atmungsorgane durchwärmt und die Bronchialschleimhäute gestärkt.
Bei Dr.Hauschka Kosmetik ist die Fichte im Fichtennadel Bad enthalten. Sie wirkt wärmend-belebend und nervenstärkend. So befreit sie die Atemwege, entspannt und durchwärmt den Körper intensiv.
* Pflichtangaben zu den genannten Präparaten (die Anwendungsgebiete ergeben sich aus der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis):
Plantago Hustensaft
Anwendungsgebiete: Harmonisierung von Atmungs- und Schleimbildungsvorgängen bei katarrhalisch-entzündlichen Erkrankungen der Luftwege und zur Auswurfförderung (Expektoration), z.B. Bronchitis, Lungenentzündung (Bronchopneumonie), Bronchialasthma.
Warnhinweis: Dieses Arzneimittel enthält Sucrose.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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