Dr.Hauschka Med

Die Trocknung von Heilpflanzen im WALA Heilpflanzengarten

Zur Herstellung der Dr.Hauschka Körperöle als auch der medizinischen WALA Öle werden getrocknete Pflanzen bzw. Pflanzenteile benötigt. Diese als Drogen bezeichneten Bestandteile stellt die WALA größtenteils aus Heilpflanzen her, die im eigenen biologisch-dynamischen Anbau kultiviert oder durch Vertragsanbau von ökologisch arbeitenden Betrieben geliefert werden. Weitere Heilpflanzen stammen aus kontrollierten Wildsammlungen.

Das Kondensationsverfahren

Getrocknet werden die Pflanzen im Drogenhaus durch das sogenannte Kondensationsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die warme und mit Feuchtigkeit angereicherte Trocknungsluft bis unterhalb des Taupunktes abgekühlt. Dadurch kondensiert das Wasser aus und kann in flüssiger Form abgeführt werden. Ein Teil der dabei entstandenen Energie kann dem Luftstrom wieder zugeführt werden. Die Raumtemperatur beträgt dabei im Durchschnitt 25-35 °C. Durch das Kondensationsverfahren erreichen wir eine umgehende, schnellstmögliche Trocknung. Dies ist für eine hohe Qualität der Präparate von großer Bedeutung.

Qualitätssicherung

Für die Trocknung von Heilpflanzen gibt es im firmeninternen Qualitätskatalog eine Reihe von Arbeitsanweisungen, in denen die Arbeitsabläufe, wie z.B. vorbereitende Arbeiten, Wartungsarbeiten und Arbeitssicherheitshinweise beschrieben werden. Sie werden einmal im Jahr auf ihre Aktualität überprüft und bei Bedarf ergänzt oder verbessert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WALA Heilpflanzengartens erhalten jährlich eine Schulung in den Arbeitsanweisungen.

Durchführung der Trocknung

Das Trocknungsverfahren beginnt mit der Anlieferung von Frischpflanzen und der Überprüfung auf Identität der gelieferten Pflanzenteile. Bestimmte Qualitätskriterien müssen erfüllt sein:

  • Die Pflanzen müssen staub- und schmutzfrei sein
  • Sie dürfen keine äußerlich erkennbaren Krankheiten, verwelkte oder abgestorbene Pflanzenteile oder größere Beschädigungen aufweisen.
  • Fäulnis, Schädlingsbefall und andere Veränderungen, die nicht artbedingt sind, dürfen nicht vorhanden sein.

Nach der Freigabe werden die Pflanzen gewogen und gleichmäßig auf die Hürden im Drogenhaus verteilt. Die Hürden sind mit feinem Seidengewebe bespannte Holzrahmen als Träger für das Pflanzenmaterial. Für die Trocknung ist die echte Seide besonders geeignet, weil sie keine Feuchtigkeit aufnimmt, nicht quillt und besonders luftdurchlässig ist.

Während der Trocknungsphase, die bei den meisten Pflanzen 4 bis 5 Tage dauert, wird das Pflanzenmaterial ein- oder mehrmals aufgelockert und bei Bedarf gewendet.

Eine "Knickprobe" – die Pflanze muss beim Knicken im rechten Winkel glatt brechen – zeigt, ob der Trocknungsvorgang abgeschlossen ist. Die Drogen werden nun in zweilagige Papiersäcke gefüllt, der Trocknungsvorgang mit Anliefertermin, Herkunft, Frischpflanzengewicht und Drogengewicht, dem Trocknungsverhältnis, einer Chargennummer und der Unterschrift des verantwortlichen Mitarbeiters dokumentiert. Anschließend werden die Gebinde unverzüglich zum Lager transportiert. Hier werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Qualitätskontrolle alle Drogen nach den Vorschriften des Deutschen Arzneibuches (DAB) bzw. nach internen Qualitätsrichtlinien geprüft.

Mengen erzeugter Drogen

Insgesamt wurden im Jahr 2008 aus eigenem Anbau, Vertragsanbau und Wildsammlungen ca. 735 kg Frischpflanzen im Drogenhaus zu ca. 212 kg Drogen getrocknet. Einige Erntemengen des Jahres 2008:

Lateinischer Name Deutscher Name Pflanzenteil Menge frisch Menge Drogen
Althaea officinalis Eibisch Wurzel 95 kg 28 kg
Artemisia absinthium Wermut Blätter 200 kg 58 kg
Levisticum officinale Liebstöckel Wurzel 121 kg 25 kg