Dr.Hauschka Med

Kompostarbeiten im WALA Heilpflanzengarten

Die Erde ist das wichtigste Organ für das Wachstum und die Gesundheit der Heilpflanzen. Durch regelmäßige Kompostgaben und andere Maßnahmen, wie z.B. die biologisch-dynamischen Präparate, werden die Bodenfruchtbarkeit aufgebaut und die Lebensprozesse im Boden gefördert.

Um eine gute Komposterde zu erzeugen, bedarf es vieler Vorarbeiten. Auf den WALA Gartenflächen gibt es insgesamt ca. 50 Komposte. Die meisten davon sind Mischkomposte, das heißt, sie beinhalten alle im Garten anfallenden pflanzlichen Stoffe, z.B. Rasenschnitt, Pflanzenrückschnitt usw. Zudem wird während des Aufsetzens des Kompostes schichtweise Kuhmist vom nahegelegenen Demeter "Sonnenhof" in Bad Boll zugegeben.

Hat der Komposthaufen eine gewisse Größe erreicht, wird er mit Stroh abgedeckt. Im darauffolgenden Frühjahr oder Herbst wird der Kompost dann zum ersten Mal umgesetzt. Außer diesen Mischkomposten werden im Spätherbst noch Laub- und Holzhäckselkomposte aufgesetzt.

Die Kompostpflege

Zweimal jährlich werden im Frühjahr und im Herbst alle Komposte mit Mistgabeln von Hand umgesetzt. Dies geschieht zur Förderung der Umwandlungs- und Reifeprozesse im Komposthaufen. Durch das Umsetzen werden alle Schichten gut durchmischt und aufgelockert. Bei frisch aufgesetzten Komposten kann es im Kern aufgrund von zu hohem Feuchtigkeitsgehalt und Sauerstoffmangel oder wegen zu starker Verdichtung zu einer mangelhaften Rotte kommen. Sie kann durch eine Umschichtung wieder in Gang gebracht werden. Durch das zweimalige sorgfältige Umsetzen im Jahr wird eine optimale Durchmischung der Materialien, eine Belebung der Komposthaufen mit Förderung der Kompostfauna erreicht.

Beim Umsetzen wird gleichzeitig der Blick in das Innenleben eines Kompostes offenbar. Die Gärtner sehen, wie reich der Kompost mit Würmern oder anderen tierischen Lebewesen durchsetzt ist, sie sehen seine Farbe, fühlen seine Feuchte, nehmen seinen Geruch wahr. Durch die Arbeit des Umsetzens erleben sie am eigenen Körper, wie schwer oder leicht die Erde eines Komposthaufens ist.

Nach dem Umsetzen wird der Kompost präpariert. Die Kompostpräparate enthalten die Blüten von Schafgarbe, Löwenzahn und Kamille, Eichenrinde, grüne Sprosse der Brennnessel und den Saft von Baldrianblüten. Jedes einzelne Präparat hat seine Aufgabe und Wirkung im Komposthaufen. Alle diese Heilkräuter wurden in verschiedenen tierischen Hüllen, wie z.B. im Darm der Kuh oder in der Hirschblase, dem Rhythmus der Natur im Jahreslauf in und über der Erde ausgesetzt. Die Herstellung der eigenen biologisch-dynamischen Präparate gehört mit zu den Höhepunkten des Jahreslaufes im WALA Garten.

Nach dem Präparieren wird der Kompost mit Stroh zugedeckt und seine Beschaffenheit, Rottezustand, Farbe usw. in Stichworten notiert. Diese kurzen Beschreibungen ermöglichen einen guten Überblick über die Entwicklung jeden Kompostes.

Verwendung der Komposterde

Sobald die Umsetzungsprozesse im Kompost weitgehend abgeschlossen sind (Dauer je nach Ausgangsmaterial und Verwendungszweck 2-4 Jahre), können die Komposterden auf die Beetflächen ausgebracht werden. Je nach Bodenqualität und Beetverwendung, z.B. für Stark- oder Schwachzehrer (Pflanzen, die viel oder wenig Nährstoffe brauchen), einjährigen oder mehrjährigen Pflanzenbewuchs, wird der Kompost in unterschiedlichen Mengen ausgebracht und mit dem Spaten untergegraben, aber auch mit Krail (vierzinkiges Gartengerät) oder Hacke in den Boden eingearbeitet. Das Umgraben im Herbst und die anschließende Frostgare (die bodenverändernde Einwirkung von Frost) im Winter wirken sich sehr fördernd auf die Bodenstruktur aus.

Die Erden der Holzhäckselkomposte werden im Herbst unter Bäumen und Sträuchern verteilt. Für die Anzuchterde im Gewächshaus wird eine ausgewählte Mischung aus feinkrümeligen Lauberden und humosen, lockeren Mischkomposten mit einem feinen Sandanteil verwendet.

Mit diesen regelmäßigen Kompostgaben wird eine Stärkung der Dauerfruchtbarkeit des Bodens sowie eine Förderung der Lebensprozesse und Kräfte im Naturhaushalt erreicht. Gleichzeitig wird der Boden für kosmische Wirkungen empfänglich. So erhalten die Pflanzen eine gesteigerte Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten. Im Jahr 2008 wurden im Garten insgesamt 40 m³ Komposterden verwendet:

  • 12 m³ Anzuchterde
  • 28 m³ Mischkomposte für Beete
  • 3 m³ Holzhäckselkomposte für Bäume und Sträucher